Frage zu Kurbelwellenwinkel der Einspritzung

Themen rund um die erstmalige Inbetriebnahme des Motors
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Hermy
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Re: Frage zu Kurbelwellenwinkel der Einspritzung

Beitrag von Hermy » 13.06.2010, 11:31

Bei Kaltstart soll nach Tobi's aussage vorgelagert besser sein das heisst also einspritzen bevor Ventil öffnet.

Mfg Hermy

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Tobi
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Re: Frage zu Kurbelwellenwinkel der Einspritzung

Beitrag von Tobi » 13.06.2010, 11:38

bezogen auf die HC werte! (bosch buch)
ob er da auch besser läuft, keine ahnung...

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Red1600i
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Re: Frage zu Kurbelwellenwinkel der Einspritzung

Beitrag von Red1600i » 13.06.2010, 15:39

Hab's gerade ausprobiert... im warmen Zustand ich merke keinen Unterschied mehr, ob 360 - 400 -450 Grad. Er läuft so schön, dass es eigentlich nicht schöner sein kann. :D

Im Bereich Kaltstart könnte es einen winzigen Tick mit 400 besser sein, aber wahrscheinlich ist es bereits Einbildung. 8)

... und von Kaltstart kann man bei 25 Grad Aussentemperatur auch nicht mehr reden. Da werd ich wohl erst im Winter mehr dazu sagen können.

Klaus
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Re: Frage zu Kurbelwellenwinkel der Einspritzung

Beitrag von Klaus » 13.06.2010, 19:47

Hallo, wieso benutzt man denn solch hohe Werte? Springt der Motor sonst zu schnell an, oder was gibt es für einen Grund, so lange zu warten?

Gruß Klaus

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Hermy
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Re: Frage zu Kurbelwellenwinkel der Einspritzung

Beitrag von Hermy » 13.06.2010, 22:28

Hallo

Ich denke das gerade bei niedrigen Drehzahlen die Durchmischung besser ist wenn zeitgleich mit der Einströmenden Luft eingespritzt wird. als im Moment wo es eigentlich kaum Strömung gibt wie auch während des Startens.

Ob das so ist werde ich auch mal die Tage testen, aber rein von der Überlegung her würde es schon sinn machen.

Mfg Hermy

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Red1600i
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Re: Frage zu Kurbelwellenwinkel der Einspritzung

Beitrag von Red1600i » 14.06.2010, 19:19

Die Werte sind doch eigentlich nicht hoch...

Ab Zündungs OT sind's ja schon mal wieder 360 Grad bis zum nächsten OT, wo das verbrauchte Gas ausgeschoben wurde und der Einlass grade so mal am Öffnen ist.

Je nach Überschneidung könnte ja in etwa dort erst Frischgas angesaugt werden. Eine scharfe Nocke wird zwar schon bei 320 Grad öffnen, ein seriennaher Motor hat da aber immer noch kaum einen Volumenstrom.

Was für Werte fändest du ok?

Klaus
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Re: Frage zu Kurbelwellenwinkel der Einspritzung

Beitrag von Klaus » 14.06.2010, 20:32

Hallo, 360 Grad sind ja je nach Drehzahlerfassung gleich mit 0 Grad. Ich habe die besten Erfahrungen mit Werten um 90 Grad gemacht. Da ist auch die Kolbengeschwindigkeit am höchsten und somit auch die Gasgeschwindigkeit recht hoch. Es gibt Motoren, da macht es einen riesigen Unterschied. Bei anderen widerum ist es praktisch völlig egal.

Gruß Klaus

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Red1600i
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Re: Frage zu Kurbelwellenwinkel der Einspritzung

Beitrag von Red1600i » 15.06.2010, 18:50

Klar, bei halbsequentiell sind 0 Grad und 360 Grad identisch, bei einem Triggerrad an der Kurbelwelle weiß er ja nicht wo er wirklich ist. Dann feuert er die erste halbe Portion auf's geschlossene Einlassventil und die zweite halbe ins offene Ventil... oder umgekehrt jeweils. Gleicher Effekt.

Bei vollsequentiell feuert er aber die ganze Portion auf einmal rein ... und aufs geschlossene Ventil wäre doof, da gibt's dann eine Pfütze die reinsuppt und nicht mehr zerstäubt.

Meiner läuft mit vollsequentiell mit Werten um 360 Grad definitiv besser.

Heulsuse
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Re: Frage zu Kurbelwellenwinkel der Einspritzung

Beitrag von Heulsuse » 25.06.2010, 08:54

Wenn ich nun Vollsequentiell einstelle bekomme ich Zusatzeinstellmöglichkeiten die in meinem Handbuch gar nicht drinn sind. Oder gibt es eine neuere Version?
ich habe das dann vollgendermasen eingestellt. Ist das dann so I.O.
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homogenBetrieb.doc
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Klaus
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Re: Frage zu Kurbelwellenwinkel der Einspritzung

Beitrag von Klaus » 25.06.2010, 09:01

Hallo, wenn es so vernünftig läuft, dann ist es OK. Ich kann mir aber vorstellen, daß es im Bereich von 45 Grad Drosselklappe zu einem merklichen Rucken kommt, wenn der Zeitpunkt verändert wird. Es bringt für mein Verständniss auch keinerlei Vorteil den Einspritzzeitpunkt da zu verändern. Je mehr Last, desto weniger Einfluß hat der Zeitpunkt des Einspritzbeginns.

Gruß Klaus

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The Rock
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Re: Frage zu Kurbelwellenwinkel der Einspritzung

Beitrag von The Rock » 05.09.2010, 23:57

Hallo Gemeinde.

Hier für interessierte mal ne Excel Tabelle der Öffnungszeiten der Ventile und Zeit für die vollständige Verdampfung des Kraftstoffs.

In Seriensteurgeräten wird in der Regel eine vorgelagerte Einspritzung favorisiert, weil und wegen der geringeren HC Emissionen durch abgelagerten Kraftstoff im Feuerstegbereich und Zylinderwänden.
Anders Valvetronicmotoren, bei denen wird die Luft bei niedrigen Lasten auf 200m/sec durch den geringen Ventilhub beschleunigt, was eine feinstmögliche Zerstäubung des Kraftstoffs ermöglicht. Gerade für den Kaltstart interessant.

Toyota geht einen Interessanten weg, indem erst Durch die Kanaleinspritzung kurz vorgelagert ein mageres Grundgemisch erzeugt wird, und dann per BDE Injektor auf Lambada 1 angereichert wird.
Bei Interesse such ich mal den Artikel raus.

Bei Saugsynchroner Einspritzung kühlt natürlich die Zylinderladung mehr aus, was die Leistung ein wenig anheben könnte.
Dies ist aber wie bereits beschrieben nur in einigen Bereichen des Kennfelds uninteressant, weil ja eh die ganze Zeit offen.

Die Öffnungszeit der Nockenwelle ist gelb hinterlegt. :roll:
Bezogen auf 720° KW abzüglich dem Zündwinkel (veränderbar)

Hoffe einige haben Spaß an der Tabelle.


Bis dahin mit hochverdichteten Grüßen

Jan
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Zeit der Ventilöffnungsdauer als Funktion der Drehzahl.xls
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Zuletzt geändert von The Rock am 06.09.2010, 15:20, insgesamt 5-mal geändert.
Bis dahin schrieb er und träumte von 14:1 am Reihensechser!!
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Leon
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Re: Frage zu Kurbelwellenwinkel der Einspritzung

Beitrag von Leon » 06.09.2010, 09:40

Hallo,

bei 1000 1/min dauert eine Kurbelwellenumdrehung (360°) 60ms, bei 6000 1/min sind es nur noch 10ms. Die Dauer für 200° KW bei z.B. 6000 1/min sind dann 5.6ms.
Steuerzeiten werden ja allgemein auf °KW bezogen.

@Rock: überprüfe doch nochmal deine Tabelle was die Zeiten betrifft.

In der Praxis passt bei mir (V8_32V_zahme Steuerzeiten) auch die Einstellung von 90°KW nach OT für die Einspritzung je Umdrehung. Der erste Teil der Einspritzmenge wird komplett vorgelagert und der zweite Teil wird dann je nach Drehzahl und Einspritzzeit direkt in`s offene Einlassventil gespritzt. Der Liefergrad, d.h. die Einspritzmenge/Gemisch, die wirklich im Zylinder/Brennraum verbleibt und umgesetzt wird, scheint hier am höchsten zu sein. Auch ist das Startverhalten hier optimal (mit Typ der Drehzahlaufnahme "8").

Gruss Leon

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The Rock
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Re: Frage zu Kurbelwellenwinkel der Einspritzung

Beitrag von The Rock » 06.09.2010, 09:59

Och was peinlich.

Danke fürs korrigieren. War nen Denkfehler. Ist jetzt geändert.
**SCHÄM** :oops: :? Erster Beitrag und schon falsch grrrr **SCHÄM**

Das ist ja das was Toyota macht. Dazu kombiniert mit der BDE. Hat den Vorteil niedriger NOx und HC Werte.
Bis dahin schrieb er und träumte von 14:1 am Reihensechser!!
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Westitreter
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Re: Frage zu Kurbelwellenwinkel der Einspritzung

Beitrag von Westitreter » 17.07.2018, 08:35

Ich hänge mich da einfach dran:
Klaus hat geschrieben:
14.06.2010, 20:32
Hallo, 360 Grad sind ja je nach Drehzahlerfassung gleich mit 0 Grad. Ich habe die besten Erfahrungen mit Werten um 90 Grad gemacht. Da ist auch die Kolbengeschwindigkeit am höchsten und somit auch die Gasgeschwindigkeit recht hoch. Es gibt Motoren, da macht es einen riesigen Unterschied. Bei anderen widerum ist es praktisch völlig egal.

Gruß Klaus

Hab einen Ford 2,9i V6 mit 310° Nocke und den Wert Kurbelwellenwinkel der Einspritzung auf 360° gesetzt.
Drehzahlerfassung erfolgt über Kurbelwellensensor 36-1; Einzeldrosselklappen;
Passen dort die 360°, oder besser gesagt gibts irgendwo eine bessere Erklärung zu den 90° wie oben?
Ich steh das grad mal an und kann da nicht jeden Tag dran um was auszuprobieren...

LG aus Wien

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Tobi
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Re: Frage zu Kurbelwellenwinkel der Einspritzung

Beitrag von Tobi » 17.07.2018, 13:12

Welche Firmwareversion hast du denn?
Bei der bee und premium mit der neuesten Firmware (6.60) hast du sogar ein ganzes Kennfeld dafür. Dort wird aber jetzt das Einspritzende eingetragen, nicht mehr der Einspritzbeginn.

Du kannst den Motor im Leerlauf laufen lassen und beginnend vom niedrigsten Wert in 10 Grad Schritten hoch gehen. Du wirst evtl. irgendwann merken, dass der Motor sich schöner anhört, einfach runder, sauberer läuft. Wenn das der Fall ist, lässt du es so. Das wird wohl irgendwo im Bereich 70-90 Grad so sein.

Da du nur an der Kurbelwelle einen Sensor hast, ist es bei dir wurscht ob du 0-360 oder 360-720 eingibst. Der Typ der Einspritzung sollte bei dieser Drehzahlerfassung auf 0 eingestellt sein (halbsequenziell).


Gruß
Tobi

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