Einschaltzeit der Einspritzdüsen ermitteln

Themen rund um die erstmalige Inbetriebnahme des Motors
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Tobi
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Einschaltzeit der Einspritzdüsen ermitteln

Beitrag von Tobi » 16.02.2008, 18:11

Hallo,

wie ermittel ich denn am einfachsten die Einschaltzeit der Einspritzüsen bei den beiden verschiedenen Spannungen?

gruß Tobi

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FD
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Beitrag von FD » 16.02.2008, 19:31

Hallo Tobi,
Das geht doch ganz easy mit einem regelbaren Labornetzteil und einer Waage.
Zur Not tut es auch eine schlappe Batterie und im zweiten Step die Batterie mit Ladegerät.

Wenn es nur nicht so stinken würde.

Gruß
Frank

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Tobi
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Beitrag von Tobi » 16.02.2008, 21:20

hmm...

check ich net so wirklich... :roll:

also mach ich erstma den testaufbau wie du hier:
http://www.disselhoff-motorsport.de/CIM ... 0x480].JPG

richtig?

und dann??

muss ich über die düsen irgendwas wissen? (durchflussmenge oder so?)
die weiss ich nämlich schonmal nicht :?

(hab mich übrigens mit dem "düsentest" noch überhaupt garnicht beschäftigt, hab also keine ahnung was dahinter steckt, wie das funktioniert usw.! Erklärt sich das von selbst wenn ich einfach nur mal drauf klicke und gucke was da kommt? :) )



gruß Tobi

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Beitrag von Red1600i » 16.02.2008, 21:50

Den Düsentest sollte man schon gemacht haben oder man muss die Schaltzeiten woanders herbekommen... aber die fliegen einem nicht so einfach zu.

Ohne die Schaltzeiten korrekt ermittelt zu haben, kann z.B. eine Nachtfahrt oder ein Kaltstart zu einem echten Problem werden, weil die Schaltzeiten eine korrekte Bemessung des Kraftstoffs völlig unmöglich machen. Anders ausgedrückt, die Kiste springt nicht mehr an bei Kälte oder geht beim Lichteinschalten einfach aus oder säuft wie Loch.

Man kann das schon im eingebauten Zustand machen und mit viel interpolieren herausexperimentieren, gehen tut's, ich hab's hinter mir. War sehr viel Denksport über die Abgasregelung/Lambda die Schaltzeiten herauszukriegen. ;)

Zwei Stunden richtig am Testaufbau hätten gute 1000km Abstimmung erspart :twisted:

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FD
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Beitrag von FD » 16.02.2008, 21:56

Ja genau, den stinkigen Versuchsaufbau. Die Düsen werden mit dem späteren Systemdruck beaufschlagt. Eigentlich muss der Behälter nur unter die Düse des ersten Zylinders, denn nur diese wird aktiviert beim Düsentest. Die Düse wird eine Zeit lang angetaktet automatisch aus dem Programm heraus. Die Menge des Benzins wird dann gewogen und notiert. Der Test besteht aus mehreren Zyklen die vom Programm vorgegeben sind. Ist eigentlich selbsterklärend.
Die gewonnenen Erkenntnisse werden in den Einstellparametern eingetragen.
Während des Tests kann man sehr gut sehen wie sich die Versorgungsspannung auf die Öffnungszeit der Düsen und somit auf die Menge auswirkt.
Bei gerissenem Keilriemen sinkt die Batteriespannung und durch die dann trägere Düsenöffnungszeit würde das Gemisch abmagern.
Um eine Kompensation zu schaffen werden die Einstellparameter benötigt.
Wir halten Dir noch einen Schulungsplatz frei :wink:
Viel Spaß beim schnuppern.
Gruß
Frank

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Beitrag von Tobi » 17.02.2008, 10:41

schulung hab ich doch schon hinter mir, da haben wir das mit dem düsentest aber leider nicht gemacht...
(oder hab ich was verpasst? @Red1600i?)

wofür das gut ist, ist schon klar! nur wie man eben an die zeiten dran kommt wusst ich nicht! und bevor ich den volker selbst frage dacht ich ich schreib das hier mal rein, dann haben auch andere was davon :wink:

gut, dann werd ich das einfach mal machen und sehn was bei rum kommt!

ich schreib das glaub ich dann direkt mal noch mit in die neue einbauanleitung wie das alles abläuft usw.


gruß Tobi

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Beitrag von Red1600i » 17.02.2008, 11:25

Naja, bei der Schulung werden ja so etwa Anhaltswerte für die Schaltzeiten genannt, die stimmen in etwa für die normalen Bosch Düsen. Nicht besonders genau, aber die Größenordnung passt.

Wenn man den Motor abgestimmt hat und die Lambdaregelung nur noch ganz kleine Abweichungen ausregeln muss, ich sag mal so unter 50us, dann kann man z.B mal das Licht anmachen, das Bordnetz fällt ein Volt zusammen und dann sieht man, wieviel die Lambdasonde nun ausregeln muss. Dieser Wert kann jetzt in die Schaltzeit eingerechnet werden und man kann damit die Steigung der Schaltzeitenjurve ermitteln. Das macht man mit ein paar verschiedenen Drehzahlen und kann so eine Gerade dafür definieren. Das machste mal mit 2000, 4000, 6000 Touren. Jedenfalls kann man bei höheren Drehzahlen die Steigung recht gut ermitteln.
Dann dasselbe nochmal mit einer sehr niedrigen Leerlaufdrehzahl, Licht an, Licht aus, Differenz bei der Lambda ermitteln... das wird dann der Offset an diesem Punkt.
Und dann diese ganze Prozedur noch 2-3 mal durchspielen.

Gehen tut's, ich hab die Schaltzeiten so auf etwa 30us genau hinbekommen, dass der Motor egal bei welcher Drehzahl selbst bei Abweichungen um 3Volt im Bordnetz keine Abgasänderung mehr hat.

Wie gesagt, gehen tut's, trotzdem habe ich das diesen Winter in Hardware nachgeholt. Dann sieht man, wie hoch die Toleranzen der Düsen sind... und die sind recht heftig bei bereits gelaufenen Düsen. Dann kann man im Fundus etwas plündern gehen und die Düsen nochmals selektieren auf Gleichlauf. Bringt einiges an Laufruhe und Abgas....

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Beitrag von FD » 17.02.2008, 15:00

Hallo,
Düsen sollten grundsätzlich auf gleiche Menge überprüft werden. Deshalb mein Versuchsaufbau den Tobi noch mal verlinkt hat.
(Ich hatte mal einen Beitrag zum Thema geschrieben)
Leider sieht die Realität etwas anders aus. Wenn Kunden zu mir zum Abstimmen kommen und ich frage mal vorsichtig ob die Düsen geprüft worden sind, höhre ich immer "alles bestens"
Die Leute scheinen die Zusammenhänge noch nicht verstanden zu haben.
Wenn 3 Düsen jeweils 100% bringen und eine 80% so laufen nach der Abstimmung 3 Zylinder zu fett und einer viel zu mager. (Wir messen ja nur mit einer Lambdasonde das Ergebnis der Verbrennung aller Zylinder)
Das Ergebnis ist klar, der magere Zylinder ist zuerst kaputt und der
Motor hat bis dahin noch nichteinmal Leistung gehabt. Vom Geschüttel ganz zu schweigen. Vermutlich wird er bereits während der Abstimmung verglühen.
Also liebe Leute bitte arbeitet etwas akriebischer in der Vorbereitung dann wird die Abstimmung viel genauer.
Der Düsentest ist dafür da die Schaltzeiten zu ermitteln.
Der Mengenvergleichstest ist ebenso unverzichtbar. Dort kann auch noch ein Parameter ermittelt werden. Menge pro Minute . Dann stimmt sogar im Status die Verbrauchsanzeige.

Viele Grüße
Frank

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Beitrag von Tobi » 18.02.2008, 13:54

hab mir vorhin mal den düsentest (bzw."düsenschaltzeit messen") angesehn, ist ja echt super einfach!

trotz allem werd ich das mit in die anleitung nehmen und an der stelle auch nochmal besonders darauf hinweisen, dass man sich die zeit nehmen sollte um es bei allen düsen zu machen, damit man sicher ist, dass keine unterschiede drin sind!


gruß Tobi

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Beitrag von Zott » 17.03.2008, 10:34

Hallo,
kann ich von der Düsenschaltzeit irgendwie auf die Flow Rate (g/min) kommen??
Hab nen GSXR 600er Motor und 822 bei 12,10V und 729 bei 13,45V :P :P :P

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Beitrag von Tobi » 17.03.2008, 22:50

naja, die menge hast du gewogen, die einschaltzeiten dafür sind bekannt, der rest dürfte mit einfachem dreisatz zu machen sein...

gruß Tobi

P.S.:
Läuft der Motor?
Meld dich mal!

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Beitrag von Zott » 18.03.2008, 05:58

Naja, wenn du mir sagst wie oft die Düse angetaktet wurde und wie lang sie braucht um auf und zu zu machen :?
Denn kann ich diese Zeit abziehen und dann hätte ich es :wink:
Und am Besten noch wie die Volt Zahl sich dazu verhält :D

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Beitrag von Tobi » 18.03.2008, 08:08

T = 10ms

ob du jetzt das gewicht von dem 8000µs (d.h.8ms eingeschaltet, 2ms ausgeschaltet) oder 2500µs (d.h.2,5ms eingeschaltet und 7,5ms ausgeschaltet) test nimmst, ist dir überlassen, es MÜSSTE ja in der theorie das selbe bei rum kommen...
(wer weiß es aus eigener erfahrung besser?)

die einschaltzeit hast du ja mit dem test ermittelt.

die zeit, wie lang der test ging, konntest auch frei wählen (oder den voreingestellten wert beibehalten)

jetzt kannst du dir ja ausrechnen wie lange die düsen "am stück" offen gewesen wären, und mit der gewogenen menge dann runter rechnen auf g/min oder l/min

beispiel:
düsen einschaltzeit 729µs
beim test mit 8000µs sind 500g kraftstoff raus gekommen (ist ja nur ein beispiel!)
der test ging 300s lang, d.h. insgesamt 30000 "schaltzyklen"
pro schaltzyklus war deine düse also 7271µs lang geöffnet (8000µs lang war spannung drauf, 729µs davon hat die düse ja verpennt)
das ganze 30000mal ergibt insgesamt ne öffnungsdauer von 218.130.000µs bzw. 218,13s
jetzt weisst du, du hast 100g/218,13s
oder 500g/3,6355min
oder 137,5g/min
oder (benzin hat laut wikipedia ne dichte von rund 0,75g/cm³) 103cm³/min

die spannung spielt in der theorie keine rolle, weil bei weniger spannung ist die schaltzeit um genau das länger, was bei der durchflussmenge hinterher weniger ist, also weniger kraftstoff bei weniger "insgesamt eingeschalteter düse" ergibt wieder den selben wert für g/min

so, jetzt schlagt mich, berichtigt mich...
das hier war ein schnellschuss, ich hoffe dass es nicht völliger humbug ist :roll:

soll ich das evtl. in die nächste anleitung schreiben?


gruß Tobi

Klaus
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Beitrag von Klaus » 18.03.2008, 10:32

Hallo Ihr beiden. Ich würde vorschlagen einfach mal eine Düse auszubauen und z.B. 20 sec lang mit Spannung versorgen bei 3 Bar Benzindruck u. einfach wiegen. Ich glaube das wird dann genauer. In der Zeit sich über die Theorie Gedanken zu machen, hätte man das auch messen können.

Gruß Klaus!

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Beitrag von Tobi » 18.03.2008, 12:07

nee,das wär zu einfach!
das muss auch komplizierter gehn! :roll:

echt übel, wie man manchmal auf dem schlauch steht... :oops:

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