Startschwierigkeiten

Abstimmung des Motors
kartmanne
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Startschwierigkeiten

Beitrag von kartmanne » 14.05.2009, 08:35

HI,

Nachdem ich dachte, einen Fortschritt erreicht zu haben, kam bald die Ernüchterung. Der Motor konnte recht sicher mehrmals hintereinander gestartet werden und blubberte auch im Leerlauf bei akzeptablen 1200.

Tage später wollte ich am Kennfeld weitermachen - und er sprang nicht mehr an. Die Zündung war mit Aussetzern versehen - der Drehzahltest jedoch nicht. Ich habe zwei Induktivgeber an der KW um 180° versetzt, einen als Drehzahlgeber, einen als "OT"-geber. DZA-Typ 4. Ich verwende Doppelspulen an den internen Zündtransistoren. Um den Motor beim letzten mal erfolgreich zu starten mußte ich die interne Zeitbasis auf 12.8 stellen und die DK leicht öffnen. Im Handbetrieb Starten ging gar nicht(+-Tasten ohne Auswirkungen). Variation der "Einmal"-Einspritzmenge beim Start brachte Erfolg. Anpassen der untersten Grundkennfeldpunkte bei ca 1500-1600 sorgten für reproduzierbaren Start und Leerlauf.

Meine Vermutung: Öffnen der DK entlastst den Starter -> höhere Startdrehzahl. Durch die diversen Vorstartversuche war immer irgendwie passendes Benzin vorhanden, dass ein Zündfuke reichte, eine ausreichend hohe Drehzahl zu erzeugen, damit der Motor ansprang. Also eher ein "Zufallstarterfolg".

Bei meinem zweiten nichterfolgreichen Startrversuch Tage später, gab's nichtmal Benzin aus den Düsen (Düsen i.O. geprüft, Verbindung zur trijekt i.O. Benzindruck i.O. Batteriespannung beim Starten 11,0V).

Wenn doch der Drehzahltest i.O. ist, warum passen die Zündimpulse nicht (Aussetzer)? Warum wird nicht eingespritzt?
Gruß
Manfred
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Klaus
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Beitrag von Klaus » 14.05.2009, 08:49

Hallo, schau mal nach, wie hoch die Batteriespannung wärend des Startens ist. Wenn die dabei unter 9 Volt fällt, dann geht nichts mehr. Achta mal wärend des Startens auf die Drehzahlanzeige im Statusfenster. Es wird erst eingespritzt und gezündet, wen dort eine plausible Drehzahl erkannt wird. Wenn dort nur "60" oder "0" angezeigt wird, dann klappt das nicht. Lade mal die Batterie voll auf und reinige mal die Zündkerzen.

Gruß Klaus

kartmanne
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Beitrag von kartmanne » 14.05.2009, 09:47

HI,
Batteriespannung beim Starten 11,0V).
. Ich benutzte immer eine 100Ah-Batterie für die Versuche und lade sie, sobald die Startspannung unter 10.5V sinkt. Im regurären Betrieb wird das mit der kleinen Moppedbatterie anders sein, aber in der aktuellen Phase will ich solche Fehlerquellen erstmal ausschalten.

Die Drehzahl wird nach so 3-4 Sekunden Starterlaufen mit plausiblen 270-280Umin angezeigt. Habe neue Kerzen benutzt.

Achsoja, ich habe den Drehzaltest ohne eingebaute Kerzen und mit abgezogener Benzinpumpe gemacht. (echte Startversuche natürlich mit Pumpe und Kerzen ;-) ) Hier werden dann so 310Umin angezeigt und 1-2 Drehzahlfehler nur kurz nach dem Drücken des Starterknopfes.

Ist das ein Problem mit einem Impuls pro Umdrehung KW? Ist da einfach eine viel zu lange "Lücke"? Wie hoch (Spannugn) sollte denn der Peek des Gebers sein, damit das Signal sicher ausgewertet werden kann?
Gruß
Manfred
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Klaus
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Beitrag von Klaus » 15.05.2009, 07:39

Hallo Manfred, hast Du wirklich bei Anzahl der Impulse pro Umdrehung eine "1" stehen? Benutzt Du den gleichen einen Impuls als OT Erkennung?

Gruß Klaus

kartmanne
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Beitrag von kartmanne » 15.05.2009, 10:11

HI,

Danke Klaus für's Nachdenken :-) Ich wollte eben meine Erkenntnis meiner gestrigen Untersuchungen schreiben, da hab ich deinen Post gelesen.

ja, Impulse pro U ist 1. OT-Fenster ist 0. DZA-Typ4. Zeitbasis 12.8. Doppelzündung. Ich benutze einen DZ-Geber und einen OT-Geber. Beide liegen an der KW und auch 180° versetzt. Steigende Flanke. Ohne OT-Geber fängt sich die trijekt überhaupt nicht (alle relevanten DZA-Typen probiert, Kontrolle über Zündtrieberimpulse am Oszi).

Gestern hab ich den Spalt Geber/Triggersenke in KW-Wange von werksseitigem 1.1mm auf 0.4 reduziert (Geberanschlag abgedreht). Jetzt gibt's bei Startdrehzahl (Kerzen rausgeschraubt, Pumpe aus) Flankenpeeks um 0.3V(Spitze-Spitze 0.6V) - vorher unter 0.2V. Damit jetzt Drehzahlfehler im Statusfenster 0/0 ! Ich habe das ca. 10x mit Pausen gemacht - selbes Resultat. Minimale Batteriespannung beim Starten 10.6V.

Am Oszi hab ich die Zündtreiber kontrolliert. ZZP passend, keine Aussetzer, keine überlangen Ladezeiten, wie vorher stellenweise zu erkennen war. Ich konnte nur gestern nicht "echt" starten ... wg. der Nachbarn. Um 21:05 abends sind die irgendwie mies drauf ;-) Heute werd' ich mal echte Startversuche machen.

Ist 0.3V Geberpeek noch grenzwertig oder schon "sicher"?
Gruß
Manfred
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Beitrag von Klaus » 15.05.2009, 22:09

Hallo Manfred, eigentlich sind 0,4 Volt als Minimum vorgesehen. Ich gehe aber mal davon aus, daß es mit 0,3 Volt problemlos läuft. Zur exakten Drehzahlerfassung ist ein Zahn pro Umdrehung allerdings denkbar ungenau. Selbst ein Fahrzeug mit Verteiler hat da ja das doppelte an Signalen zu bieten. Kann man denn die Triggerscheibe nicht entsprechend ändern?

Gruß Klaus

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Beitrag von kartmanne » 17.05.2009, 12:30

Hi,

hmmm, dann denke ich schon, dass die 0.3V einer der Problemfaktiren sind.

Ich habe weiterhin beobachtet, dass ein "Fast"-anspringen des Motors oft zu Fehlzündungen führt. Entweder liegt der zweite oder dritte Zündimpuls nach dem einen, der zum Fastanspringen führt, zu spät (Zünden, ohne KW-Beschleunigung oder im Auspufftrakt) oder zu früh (Abbremsen der KW). Das sieht mir so aus, als wenn die "Prognose" des ZZP einfach zu weit daneben ist.

Ich hab die Geber vertauscht angeschlossen, damit der Offset von 222° auf 42° schrumpft, also zeitlich weniger abweichend prognostiziert wird. So gelang ein Anspringen wesentlich öfter - aber trotzdem nicht immer und auch irgendwie "gequält und zäh". Damit denke ich, ist der zweite Problemfaktor einfach die gute Bestimmung des ZZP in der Startphase. Und das geht mit "einem Zahn" eben nicht sauber.

Ja, Klaus und Tobi, ihr habt mich überzeugt. Ich werde wohl doch eine Trigerradlösung konstruieren müssen. Da ich an dem Motor kaum Platz hab... wieviele Zähne sind denn mindestens nötig aus eurer Erfahrung heraus? Ich kenne Triggerräder mit mindestens 26 Zähnen(24-2), die an Moppeds mit trijekt verbaut sind. Gibt es funktionierende Lösungen mit weniger?
Gruß
Manfred
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Beitrag von Klaus » 17.05.2009, 21:01

Hallo Manfred, es geht auch mit 12-1. Das ist absolut ausreichend.

Gruß Klaus

Hellraiser
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Beitrag von Hellraiser » 17.09.2009, 18:35

Hallo,

Ich hatte 24 Zähne an der Kurbelwelle als Drehzahlsensor und 1 Zahn an der Nockenwelle als OT-Geber.

Hatte dann jedoch Drehzahlfehler die sich summierten, weil der Abstand zwischen einem Drehzahlsygnal und dem OT-Signal zu gering war.

Jetzt habe ich 8 Zähne an der Kurbelwelle und genau zwischen 2 Zähnen kommt der OT-Geber an der Nockenwelle und schon waren die Drehzahlfehler weg.

Gruß Harald
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Beitrag von kartmanne » 18.09.2009, 09:05

HI,

ja, danke für den (nachträglichen) Tip, Hellraiser. :D

Zwischenzeitlich habe ich eine Triggerradlösung entwickelt mit 22-2 Zähnen. Den originalen KW-Sensor der Maschine hab ich durch einen Sensor vom Opel Corsa A ersetzt. Jetzt geht's einwandfrei.


Bild

Bild
Gruß
Manfred
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Beitrag von Ralf » 19.09.2009, 07:11

Hallo Manfred,

deine maschine macht sicher erhebliche drehzahlen, ich würde die triggerscheibe wuchten :D

vg
ralf
VG
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Beitrag von kartmanne » 19.09.2009, 17:13

HI,

der Gedanke ist wirklich nicht verkehrt. Die Maschine dreht 11.000. Die beiden "weggen" Zähne wiegen je 1g auf einem Radius von 42mm. Wenn ich mich nicht verrechnet hab, dann zerren bei Volldrehzahl um die 10kg an meinem KW-Trigerrad-Adaptor. Das hab ich unterschätzt. Ich werde wohl eine Wuchtbohrung einbringen. :idea:

Man müßte keine Wuchtung vorehmen, wenn die trijekt mit zwei symmetrischen Lücken an der KW arbeiten könnte ;-)
Gruß
Manfred
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Beitrag von Hellraiser » 19.09.2009, 18:31

Hallo,

So sieht mein Rädchen aus:

Bild

Abstand zum Induktivgeber ist Minimal für gute Signale.

Zusätzlich habe ich einen OT-Geber an der Nockenwelle.

mfg Harald
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Beitrag von Red1600i » 19.09.2009, 18:41

Müssen die Zähne und die Lücke nicht gleich groß sein?

Oder rechnet die Trijekt von fallender Flanke zu fallender Flanke seine Zeitbasis aus?

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Beitrag von Hellraiser » 19.09.2009, 18:48

Hallo,

Der Motor läuft so gut, aber die frage ist berechtigt.

Wenn die Lücke gleich dem Zahn sein muss/soll werde ich eine neue Scheibe machen und dann sehen ob es einen Unterschied gibt.

Gruß Harald
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