Lernfunktion im Bereich Leerlauf

Abstimmung des Motors
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Red1600i
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Lernfunktion im Bereich Leerlauf

Beitrag von Red1600i » 25.07.2009, 20:09

Hallo,

wie kann man die Lernfunktion für das Luftmassenkorrekturfeld im Bereich des Leerlaufs aktivieren?

Unter Kennwerte - Leerlauf gibt es die Einstellwerte "obere Leerlaufdrehzahl" und "obere Drosselklappe bei Leerlauf".

Die Lernfunktion ist aktiviert, sobald diese Drehzahl überschritten wird oder die Drosselklappe weiter geöffnet wird. Und sie ist deaktiviert, sobald man z.B. die Drosselklappe auf 0 hat oder sich im Bereich der Leerlaufdrehzahl, z.B. unter 2000 Touren befindet.

Es steht dort im Begleittext, man könne die Lernfunktion unter Kennfeld ein und ausschalten. Stimmt, Lernen kann man komplett ein- und ausschalten, ich möchte aber ganz ausdrücklich im Leerlaufbereich ein Lernen einschalten können.

Wie kann man das hinkriegen?

Das Problem bei meinem Motor ist, dass ich wegen der großen Bauart des Leerlaufreglers auf einem kleinen Motor diese "obere Leerlaufdrehzahl" sehr hoch setzen muss, 4000 Touren, sonst setzt die Regelung nicht ein und er sägt.
Ausserdem muss ich die Drosselklappenstellung ziemlich groß wählen, ca 45 Grad. Würde ich die Drosselklappenstellung auf den Standardwert 1 stellen, dreht der Motor beim leichtesten Antippen des Gaspedals sofort stürmisch los. Ein Halten der Drehzahl auf 3000 Touren per Gaspedal ist völlig unmöglich, er geht fast in den Begrenzer... somit wäre Ärger bei der ASU vorprogrammiert.

Bisher habe ich mir damit beholfen, Beilegscheiben in das Rohr zum LLR einzufügen, als Drossel. Das hat eigentlich super funktioniert, 4000 Touren und Drosselklappe =1 war damit gut fahrbar. Ich möchte aber den LLR als zusätzliche Luftversorgung haben, da die Drosselklappe eigentlich arg klein ist. Durch diese jetzt zusätzliche Luft stimmen aber die gelernten Daten im Korrekturfeld nicht mehr.

Wie kriege ich ihn wieder zum Lernen in diesem Bereich?

Danke!

Klaus
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Beitrag von Klaus » 25.07.2009, 22:56

Hallo, zunächst mal kann ich den Zusammenhang zwischen einem sägenden Leerlauf und der eingegebenen Drehzahl und Drosselklappenstellung nicht sehen. Mit dem Einstellwert "obere Leerlaufdrehzahl" legt man unter anderem nur fest, ab wo der LLR anfängt zu regeln. Wenn man den Regler schon bei unter 4000U/min ansteuert, dann erkennt Trijekt ja eine viel zu hohe Leerlaufdrehzahl und schließt den Regler. Das macht überhaupt keinen Sinn. Auch wenn der Regler schon bei teilweise geöffneter Drosselklappe versucht die Leerlaufdrehzahl zu erreichen ist das so nicht vorgesehen und auch unsinnig. Vielleicht verstehe ich aber auch irgendetwas falsch. Kläre mich bitte mal auf. Ich habe das bislang noch bei keinem Motor so machen müssen.
Gruß Klaus

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Beitrag von Red1600i » 26.07.2009, 08:33

Der LLR ist ein zweipoliger Regler, der in der Grundstellung voll offen ist. Er wird angesteuert damit er schließt. Mit diesem LLR hat er einen wunderbaren Leerlauf, läßt sich hervorragend fahren, schalten usw.... nur muss der Regler immer angesteuert werden, weil sein Öffnungsquerschnitt so groß ist, dass es bereits im Leerlauf für gut 3000-4000 Touren reichen würde und man fast schon in Teillast fahren könnte. Das leichteste Antippen des Gaspedals (1-2 Grad) läßt ihn dann sofort hochdrehen wenn der Regler öffnet. Bisher habe ich mir mit Beilegscheiben als Drossel beholfen, so dass nur die Luft für den Leerlauf durchging, mehr nicht. Das möchte ich jetzt aber nicht mehr, weil der LLR eine völlig eigene Luftführung hat und nicht eine simple Umleitung um die Drosselklappe ist. Die zusätzliche Luft möchte ich nutzen.

Dieser LLR hat bei meiner scharfen Nockenwelle große Vorteile, da die Trijekt ihn aktiv runteregeln muss anstatt ihn in den Drehzahlkeller plumpsen zu lassen wie bei anderen Reglern und ihn dann mühsam wieder rauszuholen. Er geht damit etwas langsamer vom Gas, braucht etwa 1-2 Sekunden um in den Leerlauf zu gehen, aber dafür macht er das seidenweich und ohne die Gefahr auszugehen. Hat auch Vorteile beim Schalten, die Anschlussdrehzahl stimmt perfekt zum Getriebe.

Mit den Beilegscheiben als Drossel kann ich diesen Effekt stark abschwächen, der LLR wirkt dann wirklich nur im Leerlaufbereich. Nur fehlt dann diese zusätzliche Luft im Bereich Vollast. Die Drosselklappe hat nur 45mm, der LLR aber einen Querschnitt von 16mm. Da würde eine ganze Menge zusätzliche Luft durchpassen wenn er bei Vollast auch voll offen wäre. Leistungsmäßig geht das Motörchen dann von 115PS auf 122PS :D Für einen 1600er Typ1 Käfer Motor hammermäßig :) ... und immer noch einen samtweichen Leerlauf mit 900 Touren. 8)


Ich hatte vorher mal den originalen LLR von VW drin, Grundstellung zu mit Ansteuerung zum Öffnen, damit konnte man keinen Leerlauf bekommen. Auskuppeln und er war aus. Man musste ihn ganz sachte mit dem Gaspedal abfangen, dann hielt er den Leerlauf. Und damit extrem nervös im Leerlauf, Schwankungen, sägen usw...

Ich stehe jetzt halt vor dem Problem, wie stimme ich ihm jetzt das Korrekturfeld ab.
Mache ich ihm die Beilegscheiben wieder rein, muss ich nur bei Drosselklappe=0 bis etwa 4000 Touren 5-6 Werte manuell abstimmen, geht schnell und problemlos, aber ich verzichte auf etwa 7-8 PS.
Mache ich die Scheiben raus, muss ich bis Drosselklappe 30 und 4000 Touren alle Werte manuell machen, das sind ungleich mehr Werte, so etwa 50-60. Sehr mühsam...

Also, wie kriege ich eine Lernfunktion im Leerlauf rein?

Klaus
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Beitrag von Klaus » 27.07.2009, 07:47

Hallo, jetzt verstehe ich die Sache. Ein solcher LLR war mir bislang überhaupt nicht bekannt. Das Problem ist, daß der Einstellwert "obere Leerlaufdrehzahl" jetzt schon dreifach mit Funktionen belegt ist. Zum einen die Einschaltdrehzahl für den LLR, zum zweiten die Lernfähigkeit an und ausschalten und zu guter letzt auch noch die Regelgeschwindigkeit der Lambdaregelung. So wie es zur Zeit gelöst ist, sehe ich nur eine Chance. Du kannst den Einstellwert für die obere LL Drehzahl ganz runter setzen, und gleichzeitig die Spannungsversorgung des Reglers über einen Schaltausgang (mit Relais) betreiben. Diesen Ausgang kannst Du dann über Drehzahl und Drosselklappenstellung so programmieren, daß der Regler so arbeitet wie bisher. Einen Versuch ist das Wert.

Gruß Klaus

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Beitrag von Red1600i » 27.07.2009, 18:11

Solche Regler waren nicht bekannt? Die Dinger sind bei den BMW M20 Motoren der 80er Jahre verbaut, meiner stammt aus einem 525 eta von 1986.

Das schöne an dieser Geschichte ist, dass diese LLR den Motor nicht absterben lassen können, da sie ja in Grundstellung offen sind. Scharfe Nockenwellen kranken ja darunter, dass sie bei Gaswegnahme extrem leicht abstellen. Und die normalen Regler sind da viel zu langsam, bis die Trijekt und ihr LLR reagieren, ist er längst aus. Und schafft sie es doch, weil die Regelgeschwindigkeit extrem schnell eingestellt ist, dann ist der Leerlauf extrem unruhig und sägig.

Wenn du den kleinen Boxer im Leerlauf schnurren hören würdest, würdest du nie eine 300 Grad Nocke dahinter vermuten.

Ich habe das mit dem Relais aber noch nicht kapiert. Der Regler hängt ja eh mit einem Pol an 12V. Und der andere wird ja per Pulsweitenmodulation von der Trijekt per active low angesteuert. Den Pulsweitenausgang kann ich nicht durch ein Relais ersetzen, einfach nur ansteuert würde ihn ja ganz zu fahren und es wäre keine Regelung mehr möglich.

Klaus
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Beitrag von Klaus » 27.07.2009, 22:34

Hallo, es sollte nur die 12 Volt Spannungsversorgung des Reglers anstelle direkt von der Trijekt, über ein Relais angesteuert werden, so daß man über einen Schaltausgang den Regler aktivieren oder deaktivieren kann.
Das kann aber auch nicht wirklich helfen. Ich baue da immer einen Denkfehler ein, wegen der Funktionsweise des Reglers.
Wenn Du den Motor über Saugrohrdruck abgestimmt hättest, dann müsste man wohl überhaupt nichts nachregeln, wenn der Regler öffnet oder schliesst. Im Moment fällt mir aber auch nichts vernünftiges ein. Ich mache mir aber noch mal Gedanken dazu.

Gruß Klaus

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